Vom Sensor bis zum Solardach – Out in the Open Februar 2022

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02.03.2022 von Tim Fangmeyer & Knut Hühne - OK Lab Berlin, Klara Juhl - OK Lab Osnabrück

Der Landtag Schleswig-Holstein hat am 23. Februar ein neues Digitalisierungsgesetz beschlossen. Mit dem neuen Gesetz soll es zum Standard werden, wichtige Behördengänge komplett online erledigen zu können. Zudem sollen noch mehr Informationen der Landesverwaltung im landeseigenen Open-Data-Portal veröffentlicht werden. Ob das Gesetz tatsächlich Vorbildcharakter beweist, offene Daten zum Standard zu machen? Das wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Aus Sachsen-Anhalt kommt in diesem Monat ein Beispiel für den Nutzen offener Geodaten: Holger Naumann (Regionale Planungsgemeinschaft Anhalt-Bitterfeld-Wittenberg) hat frei verfügbare Oberflächenmodelle für Schattenberechnungen verwendet. In Kombination mit Angaben zu Dachformen und Dachausrichtungen hat er im Anschluss die Beta-Version eines Solarpotenzial-Katasters entwickelt, welche bereits öffentlich abrufbar ist.

Das Badische Landesmuseum wird 10.000 Objekte aus der hauseigenen Sammlung unter CC0-Lizenz stellen. Unter die CC0-Lizenz gestellte Inhalte können ohne Nachfrage kopiert, veröffentlicht und beliebig verwendet werden. Die Objekte sollen im digitalen Katalog des Museums für alle Nutzer:innen zur Verfügung gestellt werden. „Unsere Sammlungen gehören den Bürgerinnen und Bürgern. [Das] ist ein weiterer Schritt der Teilhabe”, so der Direktor des Landesmuseums, Prof. Dr. Eckart Köhne.

Auf Twitter entspann sich in der Open-Data-Community ein kleines Gedankenspiel, wie man die Veröffentlichung von Offenen Daten mit einer einmaligen Geldsumme am erfolgreichsten fördern könne. “Stellt euch vor, ihr hättet 1 Million € für #opendata zur Verfügung. Was würdet ihr damit sinnvoll anfangen?", fragt Twitter-User @MisterOpenData. Die Antworten reichen von der Verbesserung von Metadaten bis hin zum Einladen von Programmierer:innen in die Verwaltung, um direkt vor Ort gemeinsam technische Lösungen zu entwickeln und abzustimmen.

Mit offenen Daten den Straßenverkehr sicherer machen – das hat sich die Initiative OpenBikeSensor auf die Fahnen geschrieben. Fahrradfahrer:innen können einen OpenBikeSensor an ihrem Zweirad montieren und damit Überholmanöver dokumentieren: Es wird sowohl der Abstand zu anderen Fahrzeugen gemessen, als auch die GPS-Position aufgezeichnet. Auf Grundlage der gesammelten Daten können Aussagen bezüglich der Sicherheit bestimmter Strecken getroffen werden. Nun gibt es eine Karte, auf der alle teilnehmenden Initiativen und Einzelpersonen verzeichnet sind. Es fehlt noch ein Ort? Dann meldet euch gerne!

FragDenStaat setzt sich schon seit 2011 für Informationsfreiheit in Deutschland ein. Der Klima-Helpdesk widmet sich ab sofort gesondert Umweltthemen und bietet den Nutzern die Möglichkeit, diesbezüglich eigene Anfragen zu stellen. Der Hintergrund: Das Umweltinformationsgesetz gibt allen das Recht, umweltbezogene Informationen von staatlichen Stellen zu erhalten.

Termine aus der Welt der offenen Daten

Mit schnellen Schritten nähert sich der Open Data Day. Die Veranstaltung findet diesen Samstag, den 5. März statt. Der Open Data Day ist eine jährlich organisierte Veranstaltung mit dem Ziel, auf die Bedeutung offener Daten hinzuweisen. In Deutschland sind unter anderem folgende OK-Labs dabei:

  • Das OK-Lab Karlsruhe startet online um 14:00 Uhr mit einer Einführung in die Welt der offenen Daten, danach erwarten euch Workshops zum Thema Datenvisualisierung und Umweltdaten.

  • Im OK-Lab Köln liegt der Schwerpunkt auf Kulturdaten. Zwischen 10 und 15 Uhr gibt es eine Vorstellung aktueller Projekte mit Daten aus Kunst und Kultur.

  • Zu einer Debatte über Datensouveränität lädt das OKNRW (Wuppertal) um 12 Uhr ein. In dem Panel soll es um die Frage gehen, was der Begriff eigentlich konkret bedeutet und wie er politisch eingesetzt wird.

Du kannst nicht genug von Offenen Daten bekommen? Auch diese Termine stehen im März an: